Schilddrüsenüberfunktion bei Katzen
- jholzmann1
- 7. Okt. 2025
- 2 Min. Lesezeit

Die Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) gehört zu den häufigsten hormonellen Erkrankungen älterer Katzen. Sie entsteht meist durch eine gutartige Vergrößerung des Schilddrüsengewebes, die zu einer übermäßigen Produktion der Hormone T3 und T4 führt. Diese steuern den gesamten Stoffwechsel – ein Zuviel bringt den Organismus aus dem Gleichgewicht.
Ich sehe in meiner Praxis immer wieder ältere Katzen, die „plötzlich abbauen“ – sie fressen gut, nehmen aber stetig ab, wirken unruhig oder verändern ihr Verhalten. Oft steckt eine Schilddrüsenüberfunktion dahinter.
Typische Symptome– Gewichtsverlust trotz gutem Appetit– vermehrter Durst und Harnabsatz– Unruhe, Nervosität, vermehrtes Miauen– Erbrechen, Durchfall– struppiges Fell, beschleunigter Herzschlag
Manchmal fällt die Erkrankung erst im fortgeschrittenen Stadium auf, weil die Tiere anfangs noch munter wirken.
Diagnose : Zur sicheren Diagnose werden die Schilddrüsenhormone (v. a. T4) im Blut bestimmt. In manchen Fällen ist der T4-Wert grenzwertig oder unauffällig – etwa, wenn gleichzeitig eine andere Erkrankung wie eine Niereninsuffizienz vorliegt. Dann kann die Bestimmung von TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon) hilfreich sein:Ein niedriges oder nicht nachweisbares TSH bei normalem T4 spricht ebenfalls für eine beginnende oder maskierte Hyperthyreose.
Auch die Kontrolle von Nierenwerten ist wichtig, da eine unbehandelte Schilddrüsenüberfunktion die Nieren belasten und maskierte Nierenerkrankungen verdecken kann.
Zur Behandlung stehen verschiedene Wege zur Verfügung:– Medikamentös: Hemmung der Hormonproduktion mit einem Thyreostatikum.– Chirurgisch: Entfernung des überaktiven Schilddrüsengewebes.– Radiojodtherapie: Dauerhafte Ausschaltung der überaktiven Zellen.
Die medikamentöse Therapie ist in der Praxis am häufigsten. Sie erfordert regelmäßige Blutkontrollen, um Dosierung und Wirkung anzupassen.
Naturheilkundliche Begleitung: Zur Unterstützung können phytotherapeutische oder homöopathische Präparate eingesetzt werden – etwa zur Entlastung von Herz, Leber und Nieren oder zur Stabilisierung des Stoffwechsels. Diese ergänzen die schulmedizinische Behandlung, ersetzen sie jedoch nicht.
Prognose: Mit konsequenter Therapie können betroffene Katzen oft noch viele gute und stabile Jahre leben. Entscheidend ist die regelmäßige Kontrolle der Blutwerte und eine fein abgestimmte Behandlung.



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