Leon – mein Kater aus der Ukraine
- jholzmann1
- 18. Sept. 2025
- 2 Min. Lesezeit

Leon – mein Kater aus der Ukraine
Leon ist kein Patient von mir, sondern ein Kater, den ich bewusst adoptiert habe. Seine Geschichte ist leider eine von Misshandlung und schweren Verletzungen.
In der Ukraine erlitt er einen Schwanzabriss ( unter einem Schwanzabriss versteht man eine
Fraktur und/oder Luxation des Os sacrum ( Kreuzbein)
und der ersten Schwanzwirbel (Vertebrae caudales) bei der Katze, vermutlich durch Gewaltanwendung. Als Folge kam es zu einer Nekrose, sodass der Schwanz amputiert werden musste. Vor Ort wurde leider jedoch keine Blasenentleerung durchgeführt. Dadurch erreichte mich Leon in einem lebensbedrohlichen Zustand: mit massivem Blut im Urin, einer schweren Blasenentzündung, Untertemperatur von 35 °C und kaum noch Lebenskräften.
Es folgten Wochen intensiver Pflege und Therapie. Rund zwei Monate dauerte der Kampf, bis Leon stabil war. Heute, etwa fünf Jahre später, ist er ein fröhlicher und lebenslustiger Kater – trotz seiner Behinderung/ Einschränkung.
Medizinischer Hintergrund
Der Schwanzabriss führte zu einer Schädigung der Nerven und Durchtrennung des Rückenmarks im hinteren Bereich. Die Folge: Leon ist nicht mehr in der Lage, Kot und Urin selbstständig abzusetzen.
Damit er gesund bleibt, ist eine konsequente manuelle Entleerung notwendig:
Blase: 4-5 mal täglich manuell entleert
Darm: ebenfalls regelmäßig manuell entleert
Warum die manuelle Entleerung lebenswichtig ist
Wird die Blase nicht regelmäßig geleert, entsteht eine Überlaufblase. Das führt zu Harnrückstau, immer wiederkehrenden Infektionen und kann letztlich in Nierenentzündung oder Nierenversagen enden.
Erfolgt keine Darmentleerung, droht eine Koprostase (medizinisch für schwere Kotverstopfung), die schmerzhaft und gefährlich ist.
👉 Die konsequente manuelle Entleerung von Blase und Darm ist daher das non plus ultra für betroffene Katzen und die Grundvoraussetzung, damit sie ein stabiles, lebenswertes Leben führen können.
Leons Alltag heute
Mit dieser Routine hat Leon sich gut arrangiert. Er lebt seit Jahren stabil und ohne größere gesundheitliche Probleme. Seine Geschichte zeigt, dass auch Tiere mit Handicap – bei richtiger Versorgung – ein gutes und erfülltes Leben führen können.



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